|
Lehrgang zum Trainer B
in Ansbach
Im Juni war es endlich soweit und ich bin
für eine Woche nach Ansbach gefahren, um dort den Trainer B (Leistungssport
Dressur) zu machen. Für den Trainerschein musste ich zwei A-Platzierungen
vorweisen. Also war erst einmal neben dem Abitur-Stress das Turnierreiten
angesagt. Glücklicherweise stellte mir die Freundin meiner Tante ihre zwei
tollen Pferde zur Verfügung, so dass das kein Problem für mich war. Im
Gegenteil, ich habe die Zeit sehr genossen und konnte während drei
Turnierwochenenden drei A-Dressuren und eine L-Dressur gewinnen.
Noch etwas geschwächt und mit einer Erkältung ging es dann auf nach Ansbach
zum Lehrgang. Während die meisten meiner Schulfreunde im Anschluss an das
Abitur ihre freie Zeit genossen haben, mussten wir jeden Morgen um halb
sieben Uhr die Ställe ausmisten. Nach einem schnellen Frühstück stand
endlich das Dressurreiten auf dem Plan. Wir wurden in zwei Gruppen
eingeteilt. In der ersten waren die drei Traineranwärter für den
Leistungssport, also auch ich – und in der anderen Gruppe die beiden, die
sich für den Breitensport entschieden haben. Unser Lehrgang war bunt
gemischt. Gerade weil wir alle so verschieden waren, haben wir uns wunderbar
ergänzt und ergaben ein prima Team.
Da ich der einzige Schulpferdereiter war, habe ich mehrere Pferde
ausprobiert, bevor ich mich für meinen Favoriten entschieden habe. Unter den
strengen Augen von Herrn Meier, dem Leiter des LLZ Ansbach, wurde an meiner
Reittechnik gefeilt. So war es kein Wunder, dass ich nach 1 ½ Stunden
schweißtreibenden Unterrichts auf Le Marquis und anschließendem Unterrichten
eines anderen Lehrgangteilnehmers gleich noch das nächste Pferd reiten
musste. Da auch dieser Ritt wieder perfekt enden sollte, dauerte dies auch
wieder 1 ½ Stunden. Mit schmerzendem Hintern, großem Hunger und beginnendem
Muskelkater hatte ich mir dann mein Mittagessen verdient (wie gut, dass es
Fertiggerichte gibt).
Beim Trainer B musste ich unter anderem eine Lehrprobe vorbereiten. Das
bedeutet, dass jeder Teilnehmer ein spezielles Thema bekommt, welches dann
anhand von Vorübungen erarbeitet werden sollte. Mein Thema war: „Der
Außengalopp“. Die Lehrprobe musste ich zuerst schriftlich ausformulieren
und sie dann während der Prüfung mit zugeteiltem Pferd und Reiter
erarbeiten. Anschließend habe ich hospitiert, musste also sagen, was mir an
der Unterrichtserteilung der anderen Teilnehmer gefällt und was ich
verbessern würde.
Zwischen dem Reiten, Unterrichten und Stallausmisten hatten wir natürlich
auch Theorie. Unser Wissen wurde dann in einer Klausur über Reitlehre
geprüft.
Am Ende der Woche war es soweit, die Prüfung stand vor der Tür. Also Pferd
einflechten, putzen, Sattel und Trense herrichten und los ging´s. Ich war
als Erste an der Reihe mit Vorreiten. Kaum aufgestiegen, hat sich Marquis
gedacht, dass er wohl doch keine allzu große Lust hat und ist mit mir
erstmal durch die Halle gebockt. Da ich ihn noch von meinem Trainer C
kannte, wusste ich, dass er bei Prüfungen immer sehr nervös ist und hab mich
schon mit meiner schönen weißen Hose im Dreck liegen gesehen. Aber zum Glück
hat er sich nach einiger Zeit wieder beruhigt. Als dann die Prüfer kamen,
war er kaum noch zu bremsen und die Lektionen waren alle sehr hektisch
(gefordert waren Lektionen der Klassen A und L, die wir in beliebiger
Reihenfolge selbst zusammenfügen durften).
Danach kam die oben erwähnte Lehrprobe und das Hospitieren. Dazwischen
musste ich noch für eine andere Lehrgangsteilnehmerin reiten, sodass sie mir
Unterricht geben konnte. (Für sie war das leider keine Freude, da ihr Thema
der einfache Galoppwechsel war und mein Pferd immer noch so voller Energie,
dass das Durchparieren sich als eher schwierig erwies...)
Am Ende waren wir dann alle sehr glücklich, da wir alle bestanden haben! |